Sind Bio-Produkte wirklich gesünder?

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Heutzutage kaufen ungefähr 94% aller Deutschen ab und zu Bio-Produkte, welche oftmals bis zu 40% teurer sind als konventionelle Produkte. Für diesen Preis erwartet man dann natürlich auch eine gewisse Qualität.

Jedoch ist die Stiftung Warentest nach achtjähriger Forschung auf ein ausgesprochen verwirrendes Ergebnis gekommen: Bio ist durchschnittlich genau so gut wie andere Produkte, schmeckt, wie oft angenommen, nicht unbedingt besser und beinhaltet gleich viele Keime.

Was bedeutet eigentlich Bio?

Mit Bio-Produkten sind Produkte gemeint, die durch ein Bio-Siegel dafür ausgezeichnet sind, dass die Bauern keine genetisch veränderten Produkte verwerten. Außerdem verboten ist es den Bauern, die Ernte mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln zu versehen.

Des Weiteren sind Bio-Bauern dazu verpflichtet, ihre Tiere artgerecht zu halten, das heißt, dass es keine Massentierhaltung gibt und die Tiere so naturnah wie möglich gehalten werden.

Bio-Produkte sind nicht zu 100% Bio

Jeder Bio-Liebhaber kennt das grüne sechseckige Siegel auf den Bio-Produkten. Jedoch bedeutet dies nicht, dass ihr Produkt zu 100% aus biologischen Zutaten besteht. Denn das Logo steht dafür, dass bei der Herstellung Mindestkriterien erfüllt und 95% der Zutaten aus ökologischem Anbau stammen. Eine Möglichkeit sicher zu gehen ist, dass man darauf achtet, dass das Produkt ein zusätzliches Logo von Demeter, Bioland oder Naturland aufweist, da bei diesen Verbänden strengere Kriterien gelten.

Der Vitamingehalt bei Bio-Produkten ist nicht höher

Bio-Produkte und konventionelle Produkte unterscheiden sich in ihrem Vitamingehalt kaum. Auch laut einer britischen Studie sind Nahrungsmittel, die nach ökologischen Kriterien erzeugt wurden, durch ihren angeblich höheren Antioxidantien-Gehalt nicht gesünder.  Antioxidantien sollen vor Alterungsprozessen, Krebs, Zellschäden und Gefäßerkrankungen schützen.

Was ist positiv an Bio-Produkten?

Bio-Nahrungsmittel sind seltener mit Pestiziden belastet. Vorallem bei Obst, Gemüse und Tee können Verbraucher auf das Bio vertrauen, da bei 95% dieser Nahrungsmittel laut Stiftung Warentest seit 2002 keine Pestizide mehr festgestellt wurden.

Außerdem ist bei Bio-Fleisch ein großer Vorteil, dass es weniger antibiotikaresistente Bakterien beinhaltet. Wer des weiteren ein gutes Gewissen haben möchte, sollte unbedingt auf diese Produkte zurückgreifen, da Bio-Bauern dazu verpflichtet sind, ihre Tiere artgerecht zu halten.

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5 Kommentare

  1. Aber wer glaubt denn, dass in Bio mehr Vitamine enthalten sind? Ich kaufe Bio ausschliesslich wergen des Verzichts auf Pestizide bzw. bessere Haltung der Tiere.
    Andererseits ist es hochgradig blödsinnig, „Bio“Kartoffeln aus Ägypten oder „Bio“ Erdbeeren aus Spanien zu kaufen. Es zerstört die Umwelt – nicht sehr Bio… Menschen sollten sich einfach mehr Gedanken über die Herkunft ihres Essens machen und ich einfach nem Label hinterherlaufen in der Hoffnung es wird dann alles gut. Irgendwie erscheint mir Bio heute als modernern Ablasshandel.

  2. Hallo Jette,

    das ganze Thema rund um Bio-Produkte ist ja aktuell sehr umstritten und viele Menschen äußern ihre Meinung darüber. Daher treten auch immer häufiger Missverständnisse auf, die beinhalten, dass in Bio-Produkten mehr Vitamine als in konventionellen enthalten seien. Daher wurde die Thematik im Beitrag noch einmal genauer beschrieben, sodass man auf der Grundlage von Wissen seine Meinung bilden kann und nicht auf Vermutungen setzt.

    Wegen deiner Ansicht zum Transport biologischer Produkte aus anderen Ländern muss man allerdings dazu sagen, dass es immer zwei Seiten einer Ansicht gibt. Es stimmt zwar, dass biologische Kartoffeln oder Erdbeeren oft aus anderen Ländern eingeflogen werden und, dass die Umwelt darunter leidet. Jedoch ist es unerlässlich, dass die Gesellschaft die Möglichkeit hat, auf Bio-Produkte zurückzugreifen.

    Deiner Meinung nach sollten diese dann ja regional angepflanzt werden, aber was geschieht dann im Winter? Würden keine Produkte internationaler Herkunft eingeflogen werden, könnten wir in Deutschland in den kalten Jahreszeiten keine biologisch erzeugten Lebensmittel konsumieren. Man könnte natürlich die Nahrungsmittel durch Kühlen länger haltbar machen, aber da stellt man sich ja wieder die Frage, ob das für die Umwelt gut sei?

  3. Hallo,
    großes Lob an den Autor bzw. die Autorin! Ich finde den Artikel wirklich klasse!!! Abgesehen von den anderen Diskussionen hier (Transport hin oder her) macht es sehr viel Spaß die Artikel zu lesen.

    Ich bin leider durch Zufall auf diese Seite gestoßen, habe aber schon den Newsfeed abonniert. Mich würde mal interessieren, was es mit diesem Fairtrade-Siegel auf sich hat…

    Ist das auch nur Augenwischerei?

    Gruß,
    Michael

  4. Es geht doch bei exportierten Lebensmitteln nicht nur um den Transportweg. Kartoffeln oder Erdbeeren brauchen sehr viel Wasser, um wachsen zu können. Es ist also hochgradig Blödsinn, diese in Ländern anzubauen, die zu wenig Wasser haben! In Ägypten herscht Wassermangel, in Spanien sinkt der Grundwasserspiegel seit Jahren immer weiter ab. Das hat nachhaltig negative Effekte auf die Bevölkerung vor Ort! Damit wir Bio-Erdbeeren im Winter essen können, sollen Menschen in anderen Ländern sehen wo sie bleiben, wenn es ums Trinkwasser geht? Das ist nicht nur unökologisch, das ist auch ziemlich assozial.

    Ja ich bin der Meinung, wir können auch mal ein paar Monate ohne Erbeeren auskommen. Kartoffeln wachsen bei uns fast das ganze Jahr oder können lange gelagert werden. Gekühlte Äpfel verbrauchen weniger Energie, als welche, die um die halbe Welt geschippert werden. Und wenn Obst und Gemüse von weiter weg, dann doch bitte solches, welches dort auch wachsen kann, ohne übermäßig Ressourcen zu vergeuden – Ananas aus der Karibik z.B. Zudem sind die Kontrollen innerhalb der EU sehr viel strenger, während wir über die tatsächliche Produktion in fernen Ländern keinen Einfluß und kaum Einblick haben.

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